Ja natürlich! Für die Geheimhaltung des spirituellen Wissens eines Ordens kann es ganz unterschiedliche Gründe geben. Es gibt insgesamt sieben Gründe für die „Versiegelung“ des spirituellen Wissens, wobei in den ersten vier Punkten die einfachen und offensichtlichen Gründe genannt werden. 

Achtsamkeit im Druidenorden

Teil 2 von 3 / Vortrag, gehalten in der Perseus Loge Zürich

Diese ersten vier Gründe haben alle eine Schutzfunktion. Zusätzlich gibt es noch drei eigentlichen Gründe, die sich ganz zwangsläufig aus der Natur der Thematik unseres Ordens ergeben. 

Die ersten vier sind: 

1. Selbstschutz – Der Orden schützt sich selbst  
Es gab Zeiten, da war es mit enormen Gefahren verbunden, wenn man seine wirklichen Ansichten zu offen aussprach, und so war eine gewisse Geheimhaltung schon allein deshalb notwendig, um sich vor irgendwelchen Zwangsmassnahmen zu schützen (Folter, Inquisition, ...). 

2. Schutz vor Missbrauch Der Orden schützt andere Menschen 
Manche Techniken sind mit einem Risiko verbunden, wenn man sie nicht richtig beherrscht. Das gilt ganz besonders für mentale Techniken, die früher auch in den spirituellen Kreisen weitergegeben wurde. Wenn es um Evokation, mentale Reisen, mystische Erfahrungen geht, dann kann die Geheimhaltung eine Massnahme sein, um beispielsweise die Gefahren von Missbrauch und falscher Anwendung einzudämmen. 

3. Schutz vor verfälschter Weitergabe Der Orden schützt sein Wissen 
Geheimhaltung kann den Zweck haben, dass eine Lehre unverfälscht weitergegeben wird. Würde jeder Halbeingeweihte das weitergeben, was er persönlich meint verstanden zu haben, dann würde die Lehre innerhalb weniger Jahre etliche abweichende Ableger erzeugen, die sich mit der Zeit immer mehr vom Original entfernen. 

4. Schutz vor Spott und Verunglimpfung – Der Orden schützt seine Lehre  
Zum Teil gibt es den Wunsch, eine Lehre vor Spott und Verunglimpfung zu schützen, indem man diese nur solchen Leuten offenbart, die den Wert der Lehre erkennen können und auch zu schätzen wissen.

In dieser inzwischen so oberflächlichen und hektisch gewordenen Welt, wo es so leicht ist, etwas falsch zu verstehen oder missverstanden zu werden, ist es erforderlich von vornherein sorgsam zu sein, wenn man über ein Gebiet, wie das der Achtsamkeit in der zeremoniellen Mystik, etwas weitergeben will. 

Besonders in der westlichen Welt, wo dass Wissen um das wirkliche Wesen und die Natur der Mystik und Achtsamkeit fast völlig verlorengegangen ist. Dieses verlorengegangene Wissen und den zugehörigen Erkenntnisweg findet man in Mysterienschulen wieder. Sie sind eine sehr reine Form von Achtsamkeitsschulen. 

Unser Orden trägt alle Merkmale einer westlichen Mysterienschule wie z.B. die geheime Bruderschaft, die Geheimhaltung, das Gelübde, die Selbsterkenntnis, die Ordensstruktur, die Loge, das Gradsystem, die geheimen Rituale und das Mysterium bzw. Geheimnis.

Liebe Zuhörende, ich danke Euch herzlichst und freue mich auf die nachfolgende Diskussion.

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